Jenaer Ingenieurbüro IBA wächst weiter – auch in Richtung Gera

Es ist ein doppelter Glücksfall: für jene Mitarbeiter in Gera, deren Ingenieurbüro insolvent war und deren Arbeitsplätze auf der Kippe standen, und für die IBA GmbH in Jena, die nunmehr die Gebäudetechnik zu ihren Leistungen zählen kann und die auf einem ohnehin fast leer gefegtem Fachkräftemarkt nicht lange suchen musste. „Es ist absolut schwierig, gute Leute zu finden. Es ist schon schwierig, überhaupt Leute zu finden“, sagte Geschäftsführer Jens Fischer.

Angesichts eines extremen Fachkräftemangels habe man bei dem gut eingespielten Team in Gera einfach zugreifen müssen. Zumal es auch menschlich gestimmt habe. Geschäftsführer dort ist Sascha Haugk, der zuletzt eine Firma leitete, die Ingenieurleistungen für Solarfabriken, Photovoltaikanlagen und andere erneuerbare Energien anbot. Für das Ingenieurbüro Bau- und Ausrüstungen – kurz IBA – in der Fischergasse 10 erweitert sich das Spektrum: Neben der Gebäudetechnik zählen Architektenleistungen, Bauüberwachung, Fachplanung für Brandmeldeanlagen und anderes mehr zu den Leistungen. „Man kann es auch griffig sagen: Vom ersten Bleistiftstrich bis hin zur Übergabe der vorgewärmten Immobilie“, erläuterte Fischer.

Die IBA GmbH wurde im Juni 1990 durch Mitarbeiter des Vorgängerunternehmens – IVB Gera, Betriebsteil Sonderbauten Jena – gegründet. Hervorgegangen aus den ursprünglichen Strukturen, entwickelten sich die zwei Bereiche Bauplanung und Gebäudetechnik zu einem gesamtheitlichen Planungsunternehmen. Im Jahre 2006 wurde der Bereich Bauplanung mit mehreren Architekten verstärkt, um die Kernkompetenz aufzuwerten. Die Vertretungsberechtigung für die Gesellschaft liegt bei den Geschäftsführenden Gesellschaftern, Jens Fischer und Kay Otto. Der Fokus liegt auf Mitteldeutschland und auf Planungsleistungen für Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeheime, Kindereinrichtungen, Industrie- und Gewerbebau, Wohngebäude, Bürogebäude sowie Bauen im Bestand. Und natürlich habe man sich auf ganz unterschiedliche Weise im Osten Thüringens verewigt: in Lobeda mit der Klinik für Innere Medizin, in Gera mit dem Bezirkskrankenhaus (heute SRH Wald-Klinikum), in Eisenberg mit dem Rudolf-Elle-Krankenhaus und in Jena mit dem Wohnpark „Lebenszeit“ der Arbeiterwohlfahrt.

Das bekannteste IBA-Projekt der jüngeren Zeit ist die Sparkassenarena in Burgau.

Etwa zwei Millionen Euro setzt die IBA, die in Jena, Gera und Erfurt 36 Mitarbeiter beschäftigt, im Jahr um. Dass sie auch unter Druck ein verlässlicher Partner ist, weiß auch die „Vacom Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH“ in Großlöbichau. Das Jenaer Ingenieurbüro unterstützt Vacom seit zehn Jahren und ist auch bei dem aktuellen Vorhaben mit im Boot.

Die Firma Vacom baut ihren Firmensitz in Großlöbichau kräftig aus. Dafür sollen etwa 30 Millionen Euro investiert werden. Geplant ist der Neubau einer Halle, in der die bisherige Fertigung auf 4000 Quadratmetern untergebracht wird. Die frei werdenden Kapazitäten im bisher größten Gebäude sollen dazu genutzt werden, eine sogenannte Reinigungsfabrik aufzubauen. Der Probebetrieb soll im Januar 2019 beginnen.

Dass der Zeitplan knallhart ist, weiß Fischer. Aber er schwört auf ein Miteinander in der heimische Wirtschaft. „Da ist kein Geschacher. Das ist Kontakt auf Augenhöhe. Wir fangen mit der Planung an, suchen uns unserer Baupartner aus und legen los, ohne zu wissen, wo wir am Ende landen werden“, beschreibt der Gesellschafter ein Vorgehen, das er als Erfolgsmodell bezeichnet. „So bauen wir schnell und haben dazu auch ein vorzügliches Ergebnis.“

Thorsten Büker 05.06.18